Hintergrund

Um handlungsfähig und mobilisierungsfähig zu sein, müssen soziale Bewegungen komplizierte Zusammenhänge auf ein scheinbar widerspruchloses Weltbild reduzieren. Die Schattenseite dieser Einfachheit ist, dass das Bewusstsein verloren geht, dieses Weltbild immer wieder kritisch an der Realität neu ausrichten zu müssen. Gute Ideen, die aus geänderten Realitäten geboren werden, scheitern so an einem überkommenen Weltbild. Dadurch wird die Fähigkeit sozialer Bewegungen auf neue politische Situationen durch strategische Neuausrichtungen zu reagieren, erheblich eingeschränkt. Und selbst, wenn eine Idee vereinbar mit dem Weltbild ist, kann es noch zu weiteren Problemen kommen. Neue Ideen brauchen meist auch neue Kompetenzen und Ressourcen zu ihrer Umsetzung, die u.U. nicht vorhanden sind. Und in jedem Fall bedeutet die Umsetzung neuer Ideen das Risiko einzugehen, mit dieser zu scheitern. Wir haben es oft erlebt, dass soziale Bewegungen die Möglichkeit, an überkommen Strategien zu scheitern als weniger bedrohlich empfinden als an neuen. Indem wir sozialen Bewegungen helfen Ideen umzusetzen und selbst neue Projekte starten, wollen wir dazu beitragen, diese Probleme zu überwinden.

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